Hoffnung geben und Frieden stiften

Die Spielwegkapelle als Kleinod im oberen Münstertal feiert ihr Patroziniumsfest / Festgottesdienst zusammen mit Flüchtlingen.

Die Münstertäler Spielwegkapelle im Winter Foto: Archivfoto: Eberhard Gross

MÜNSTERTAL. Es hat auch heute noch seine Bedeutung und einen festen Platz im Jahreskalender, das sogenannte „Kapellenfest“ im Obertäler Ortsteil Spielweg. Dabei handelt es sich um das Patrozinium der Spielwegkapelle, die der Heiligen Familie geweiht ist.

Auch zum diesjährigen Patroziniumsfest der Spielwegkapelle waren die Bänke des kleinen festlich geschmückten Gotteshauses bis auf den letzten Platz gefüllt, als Rektor Konrad Ullrich den Festgottesdienst mit einem Orgelspiel eröffnete, wobei Ullrich auch die gesungenen Gemeindelieder musikalisch begleitete. Nicht nur der Chorraum war von der Mesnerin Erika Gutmann und ihren Hilferinnen geschmückt, auch ein Kranz am Eingang zur Kapelle wies auf den besonderen Anlass hin. Das in den Jahren 1932 bis 1934 an exponierter Stelle erbaute Kirchlein ist der Heiligen Familie geweiht, weshalb das Patrozinium stets zwischen Weihnachten und Dreikönig gefeiert wird. Eingeweiht wurde die Kapelle am 12. August 1934 und das Patroziniumsfest erstmals im Januar 1935 begangen.

Pfarrer Johannes Frische feierte in Konzelebration mit Pfarrer Manfred Mantel den Festgottesdienst, der vom Gesangverein Obermünstertal traditionell gesanglich mitgestaltet wurde. Unter der Leitung von Werner Salm erklangen zunächst die Chöre „Herr unser Gott“ sowie „Lobt den Herrn der Welt“. Pfarrer Frische freute sich über die Anwesenheit einer Flüchtlingsfamilie, die im Ortsteil Spielweg ein neues Zuhause gefunden hat und spontan auch am Kirchenfest teilnahm.

In seiner Predigt forderte Frische dazu auf, eine Gemeinschaft zu sein, die Menschenwürde zu achten und anderen Hoffnung zu geben, damit die Welt in Frieden leben kann. Die Sehnsucht nach Frieden sei trotz kriegerischer Auseinandersetzungen auch in der arabisch-muslimischen Welt vorhanden, weshalb es notwendig sei, Hoffnung zu geben und miteinander in Frieden zu leben. Frische dankte daher allen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Mit dem Chor „Ich bete an die Macht der Liebe“, dem kirchlichen Segen und einem Dank an alle, die sich während des Jahres in den Dienst der Spielwegkapelle stellen, wurde der Festgottesdienst beendet.

Das Kapellenfest fand seine Fortsetzung mit der „weltlichen“ Feier im Saal des Kindergartens Don Bosco, die ebenfalls gut besucht war. Karl-Heinz Riesterer, der stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende, brachte dabei den Dank an alle Mitwirkenden und helfenden Hände zum Ausdruck und betrachtete dies auch als Zeichen der Verbundenheit mit der Spielwegkapelle. Auch hier war es der Obertäler Gesangverein, der zur Unterhaltung und Geselligkeit beitrug. Die von Salm vorgetragene Erzählung von der wechselvollen Geschichte eines Musikanten, der durch die Lande zog, bildete die Grundlage für die hierzu passenden Chöre. Dazu hatte Salm auch das Lied „Das schöne Tälchen muss man loben“ neu vertont. Zu den gern gehörten Melodien zählten außerdem „Lieder, die von Herzen kommen“, „Die Rose“ und der „Bajazzo“. Viel Beifall war der Lohn für den gekonnten gesanglichen Auftritt. Auch die Sternsinger ließen es sich nicht nehmen, einen Besuch abzustatten.

Das Angebot zum Mittagessen, das die Metzgerei Stiegeler zubereitet hatte, wurde gerne angenommen, ebenso wie die Möglichkeit, den Nachmittag in gemütlicher Runde bei Kaffee und gespendetem Kuchen ausklingen zu lassen.